Gelesen: Wo steckst du, Bernadette?

04:22

Hätte mir vorher jemand gesagt, dass "Wo steckst du, Bernadette?" von Maria Semple zum größten Teil aus Email-Nachrichten und Berichten besteht, hätte ich das Buch vielleicht nicht gelesen. Das wäre jedoch ein großer Fehler gewesen. Umso mehr freue ich mich darüber, unbekümmert und unvorbelastet an dieses Buch herangegeangen zu sein - siehe da, es hat mich gepackt!


Worum geht's?
Im Mittelpunkt des Buches steht eine Familie. Sie besteht aus Bee, der herzkranken aber aufgeweckten Tochter, Vater Elgie, der bei Microsoft arbeitet und als Genie gilt und Mutter Bernadette, eine exzentriche Ex-Architektin, die mit den Müttern von Bees Mitschülern auf Kriegsfuß steht. Als diese Außeinandersetzungen Bernadette immer mehr in Rage bringen und ihr Mann immer mehr in Sorge um ihre geistige Gesundheit gerät, droht ein Eklat.

Ist das Buch also ein Fanilienroman? Schwer zu sagen... Ich finde das Buch überschreitet immer wieder Genregrenzen, ist manchmal so amüsant wie ein Comedy-Roman, oft pointierte Sozialkritik, dann wieder berührendes Portrait einer unkonventionellen Familie. Irgendwie ein bisschen von allem. Das hätte Chaos bedeuten können, aber es funktioniert. Der Roman schafft die schwierige Balance zwischen den Genres, fesselt und fasziniert.

Der, wie bereits erwähnt, ungewöhnliche Aufbau des Buches - eine Mischung aus kurzen erzählerischen Passagen, Schriftverkehr in elektronischer und Papierform, Arztberichten, Rundschreiben und Zeitungsartikeln verschafft den Lesern ein rundes Bild der Charaktere, denn so ist die Autorin nicht auf eine Sicht der Dinge beschränkt. Außerdem schafft es Semple uns zu überraschen, denn so mancher Charakter ist ander als zunächst gedacht, so manches kommt absolut unerwartet.

"Wo steckst du, Bernadette?" ist ein ungewöhnlicher Roman, den ich mit nichts vergleichen kann, was ich bisher gelesen habe. Das Buch ist beim btb Verlag erschienen und in Buchhandlungen und online erhältlich. 

You Might Also Like

2 Kommentare

  1. Huhu!

    Ich muss zugeben, vom Cover her hätte ich nicht nach dem Buch gegriffen, aber das klingt ja doch sehr interessant und tatsächlich nach enem Buch, das mir gefallen könnte.

    LG,
    Mikka

    AntwortenLöschen

Subscribe