Gelesen: Gonzo Girl


Cheryl Della Pietra kennt sich mit exzentrischen Genies aus. Als junge Frau arbeitete sie als Assistentin des berühmten Autoren Hunter S. Thompson (bekannt durch Werke wie „Fear and Loathing in Las Vegas“ und „Hell’s Angels“). 

Jetzt gibt es ein Buch von ihr, Gonzo Girl, in dem eine junge Frau als Assistentin für einen aussergewöhnlichen Schriftsteller arbeitet. Ein Schelm wer dabei Böses denkt. Wieviel in dem Buch die Erfahrungen widerspiegelt, die die Autorin selbst gemacht hat, ist schwer zu sagen. Aber es fühlt sich so an, als könnte vieles davon auf wahren Geschehnissen beruhen.



Alley Russo träumt davon, ihren eigenen Roman zu veröffentlichen. Um ihre Chancen zu verbessern und einem perpektivlosen Bartender-Job zu entgehen, nimmt sie eine Stelle als Assistentin des Schriftstellers Walker Reade an. Sie soll ihn dabei unterstützen, sein neustes Werk fertigzustellen. Diese Aufgabe entpuppt sich als wesentlich härter als zunächst gedacht: Walker Reade ist ein auf Drogen fixierter Mann, dessen beste schriftstellerische Jahre weit hinter ihm liegen. Wilde Partys und eine junge Geliebte nehmen mehr seiner Zeit ein als das Schreiben. Nicht nur, dass Alley ihn kaum dazu bewegen kann, ein paar Seiten auf seiner Schreibmaschine abzutippen, sie muss den exzentrischen Schriftsteller auch bei Laune halten, indem sie sich ihm und seinen Freunden anpasst. Das heißt im Klartext:  knappe Outfits, jede Menge Drogen, und die ein oder andere Erfahrung mit Schusswaffen. Es scheint als würde sie sich aufgrund ihrer neuen Aufgabe selbst verlieren.

Das Buch ist aus Sicht der Protagonistin geschrieben. Der Schreibstil ist einfach und leicht zu lesen, große Stilblüten sucht man jedoch vergeblich. Der Geschichte fehlt natürlich etwas der rote Faden – das ist bei dieser Art von Story aber auch zu erwarten und hat mich daher nicht weiter gestört. Alles in allem war es ein interessantes Buch, das die möglichen Schattenseiten des Erfolgs zeigt. Man hatte das Gefühl hilflos mitansehen zu müssen, wie Alley immer weiter in einem Sumpf aus Drogen und Exzentrik versinkt. Walker wirkte charismatisch aber zeitgleich auch abstossend - von sich selbst eingenommen, oft regelrecht gemein, insbesondere zu den Frauen in seinem Leben. 

Alles in allem kann ich das Buch Fans von Hunter S. Thompson und generell an exzentrischen Schriftstellern interessierten Menschen empfehlen. Es ist sicher kein Buch, das die Massen im Strum erobern wird. Wie bereits in der Einleitung beschrieben macht die Tatsache, das vieles auf wahren Begebenheiten basieren könnte, einen Großteil des Reizes des Buchs aus. Ob und wieviel Wahrheit drin steckt bleibt Della Pietras Geheimnis.

Gonzo Girl umfasst 304 Seiten und ist im Heyne Verlag erschienen. 

Kommentare:

  1. Hört sich ganz gut an, aber das ist wohl nichts für mich. Ich bin gerade von verschiedenen Modebüchern gefesselt^^

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  2. Das hört sich spannend an, gefällt mir!

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