Dienstag, 8. Mai 2018

Gelesen: Fische von Melissa Broder

Dieser Roman spaltet seine Leserschaft: die einen sind von Melissa Broders Buch Fische fasziniert, die anderen finden es zu vulgär und befremdlich.

Lucy und ihr Freund Jamie haben sich entschlossen eine Beziehungspause einzulegen. Eigentlich hat Lucy dies angeregt, aber nur, damit Jamie ihr widerspricht. Doch das hat er nicht und jetzt hat sie den Salat. Kurze Zeit später hat Jamie eine neue und Lucy ist am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Als ihre Schwester ihr anbietet, dass Lucy in ihrem Beach House ein paar Wochen auf ihren Hund aufpassen kann, während sie selbst in Europa ist, nimmt Lucy an. Sie hofft der Tapetenwechsel wird ihr guttun. Ihre Zeit verbring sie daraufhin in Gruppentherapiesitzungen für Frauen mit Pech in der Liebe. Außerdem versucht sie sich mit Männern zu vergnügen, doch der unverbindliche Sex bringt ihr nur geringe Befriedigung. Doch dann trifft sie den mysteriösen Theo, der nachts schwimmen geht und sie vom Wasser aus in Gespräche verwickelt. Lucy zieht es im Dunkeln immer öfter an den Strand um ihn wiederzusehen. Doch Theo ist nicht nur ein einfacher Schwimmer, er ist ein Meerjungmann.



Die Fische ist ein sehr offenherziges Buch, sowohl wenn es um die Gefühle und Gedanken der Hauptfigur geht, die oft gemein und abwegig sind, als auch wenn es um Sexszenen geht, die sehr detailliert und nicht immer schön beschrieben werden. Für zart besaitete Leser ist das Buch daher absolut nichts. Diese Offenheit hat aber auch etwas erfrischendes an sich, genauso wie die Tatsache, dass Lucy eher unsympathisch ist. Zwar habe ich ihre Gedanken und Handlungen gebannt verfolgt, ein Happy End habe ich ihr aber nicht gewünscht. Tatsächlich empfand ich sie dadurch aber auch als besonders interessanten Charakter. Der Schreibstil Broders ist flüssig und eingängig, das Buch ein Page Turner, den ich schnell durch hatte.

Die Fische ist erfrischend anders, eine Neuinterpretation eines Fabelwesens, alles andere als märchenhaft, modern und teilweise ziemlich bitter, aber definitiv lesenswert. Danke an Netgalley für das Ebook zum rezensieren.

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